Gérard - Erdverhangener Toter aus freien Stücken
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Heute habe ich das besondere Vergnügen, euch einen Mann vorzustellen, der sich nach seinem Tod dazu entschlossen hat, noch ein wenig auf der Erde zu verweilen. Unter anderem, um angehenden Okkultisten zur Hand zu gehen, wenn sie ihn lassen. Die Rede ist von Gérard, zu Lebzeiten ein Französischer Adliger, der erst lange eingekerkert war, im Verlies ein paar kräuterkundige Frauen kennenlernte und sich mit ihnen anfreundete. Eine dieser Kräuterkundigen war damals eine Inkarnation von Tanja. Im Gegensatz zu Gérard wurde sie damals allerdings nicht aus der Haft entlassen, sondern wurde mal wieder standesgemäß auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Durch die tiefe Freundschaft, die damals entstanden ist, beschloss Gérard, sich im weitesten Sinne an ihre Fersen zu heften, was dazu führte, dass sie sich Mitte 2024 erneut kennenlernten. Daraus entstanden die folgenden, sehr aufschlussreichen Channelings, die einen Einblick gewähren in die Welt aus Sicht eines zufriedenen, hilfsbereiten Geistes. Für Tanja und mich ist so etwas pures Gold, das wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Viel Spaß und offene Münder beim Lesen.
07. Juli – Tag 1 – Ein zufriedener Geist
Tanja: Mein werter Freund, du sagtest bei unserem ersten Treffen, dein Name sei Gérard
gewesen. Soll ich dich so ansprechen? Es hat leider etwas gedauert, bis ich dir nun
so richtig widmen konnte, aber nun bitte erzähl weiter! Warum bist du schon jahrelang in meiner Nähe?
Gérard: Erinnerst du dich, dass Anubis dich lehrte, dass Menschen immer feine Sensoren für das niedrig Schwingende haben? Als »normaler Toter« passe ich in diese Kategorie. Und weil deine Ausbildung nicht gleich zu Beginn deines Lebens anfing, war das alles, was du von mir fühlen konntest – diese relativ dunkle Schwingung. Deshalb hast du schon früh gewusst, dass die Dunkelheit BESONDERS rund um dein
Wohnhaus und darinnen schon immer lebendig war. Ich hatte aber nicht wirklich die
Möglichkeit, dich aus größerer Ferne zu betrachten. Du bist nämlich weder Teil meiner Seelenfamilie, noch bin ich einer deiner Ahnen. Und das hat mehr Bedeutung im Tode, als man denken könnte. Die meisten würden dem System ja durchaus zuschreiben, dass jeder »aus dem Himmel« auf dich herabschauen und dich
beschützen kann. Ganz so leicht ist es dann aber doch nicht.
Tanja: Es klingt für mich eher so, als wärst du gar nicht übergegangen? Hast du etwa hier
auf der Erde herumgehockt und gewartet, wann ich mal wieder aufschlage – und in
welcher Form??
Gérard: Du sagst das so, als ob es etwas Schlechtes wäre.
Tanja: Nun ja ... möchtest du nicht deine eigene Seelen-Evolution weiter vorantreiben?
Gérard: Das kann ich doch immer noch tun, oder? Wir Seelen haben ja tatsächlich von
keiner Ressource so viel wie Zeit. Außerdem kann ich dir eine einzigartige Perspektive bieten.
Tanja: Ach?
Gérard: Ja. Ich bin ein »erdverhangener« Toter – und das schon verdammt lange. Es war mein freier Wille, so zu verfahren, und ich vermisse das Große Ganze nur selten. Ich bin damit aber auch derjenige, der dir ganz besonders schonungslos berichten kann, wie es für uns ist. Warum wir uns nicht mit anderen Toten zusammenrotten. Warum manche von uns Dämonen zum Opfer fallen und von ihnen vereinnahmt werden, und andere nicht.
Tanja: Du bist geblieben ... für mich?! Woher wusstest du denn, dass ich wiederkommen
würde? Hier? Heute? Und dass ich dich in diesem Leben tatsächlich irgendwann
hören würde?? Müsste dir nicht der Überblick fehlen, wer wo wie inkarniert??
Gérard: Diesen Überblick habe ich nicht, das ist korrekt. Aber ich habe ... friends in high places. Genau wie du.
Tanja: Anubis? Persephone? Hel?
Gérard: Exakt. Weißt du, nicht jeder, der noch hier ist, leidet oder möchte fort. Auch nicht solche, die so niedrig schwingen wie ich. Ich bin mir meiner Rolle jederzeit voll
bewusst.
Tanja: Warum habe ich dich am Anfang als Fiesling wahrgenommen?
Gérard: Weil dein inneres Kind mich so verortet hat. Das ist schwierig geradezubiegen. Alte Ängste sind eben alte Ängste.
Tanja: Du möchtest nicht fort ins Licht?
Gérard: Nicht sehr bald, nein. Dafür habe ich viel zu lange darauf gewartet, meine Schulden bei dir begleichen zu können.
Tanja: Was denn für Schulden?
Gérard: Weißt du, als du verbrannt worden warst, wurden die Tage zwar unerträglich lang, aber ich schaffte es. Ich wurde aus der Bastille befreit, als sie fiel. Als das System
pulverisiert wurde. Ich hatte ein Leben »danach«. Ich habe noch einige wunderschöne Jahre verbringen dürfen. Meine Ehre war wiederhergestellt und all das. Aber ich konnte nie vergessen, dass ich dich und deine beste Freundin kennengelernt hatte. Ich profitierte außerdem im großen Maße von all dem Wissen, dass du mir hast zukommen lassen. Egal, ob mir die Gelenke schmerzten oder mich ein schrecklicher Husten plagte, ich hatte mindestens Anhaltspunkte und grobe Erinnerungen, was zu tun war. Ich wusste, wie ich eine örtliche Hexe erkennen würde. Und wie ich mich ihr so näherte, dass sie nicht in Gefahr geraten würde. Ich wurde ein Mäzen für Hebammen und Heilkundige, denn Geld war glücklicherweise sowohl vor als auch nach meiner Kerker-Zeit nie ein ernstes Problem. Du hast mich ohne Gegenleistung zum Eingeweihten gemacht – und nun werde ich dich in alles einweihen, was ich erzählen kann und darf. Weißt du nämlich, was die Götter nicht können? Sie können dir nicht aus ihren Realms erzählen – aus Kundenseite!
Tanja: Du ... du willst wirklich nicht ins Licht?
Gérard: Was soll ich denn dort? Ich weiß doch, wie es dort sein wird. Ich kann mich durchaus erinnern, und manchmal kann ich ebenso die Ränder des Himmels erahnen
wie du.
Tanja: Ich bin völlig platt. Ich bin jetzt schon wieder endlos angefixt, was du mir alles
erzählen wirst! Aber bitte bedenke, dass ich in nächster Zeit auch mit Ma'at endlich
sprechen möchte. :)
Gérard: Ich habe bis jetzt gewartet, oder? Da kommt es nun, wo du mich endlich wahrnimmst, auch nicht mehr drauf an.
Tanja: Was hast du bloß die ganzen Jahrhunderte getrieben?? Und warum hast du dich
nicht einfach inkarniert? Du hättest doch ein entfernter Verwandter sein können, oder
eine Autoritätsperson oder ein Freund ... warum ausgerechnet der Weg des Hausgeistes?
Gérard: Wie ich sagte, ich bin ... zufrieden mit meinem Los. Weißt du, ich arbeite noch
immer gerne mit Hexen zusammen, und wenn man erstmal ihr Vertrauen gewinnen
kann – was wirklich nicht so leicht ist als Geist – dann kann man zusammen tolle
Projekte auf die Beine stellen und viel erreichen! Warum kann ich nicht so wirken?
Oder besser gesagt: Wer sollte mich davon abhalten? Der freie Wille ist hierzulande
wirklich VERDAMMT frei, wie du weißt. ;)
Tanja: Hast du nie Angst? Vor den sammelwütigen Dämonen oder so?
Gérard: Nein. Man wird ja geübter mit der Zeit. Außerdem darfst du nicht vergessen, dass ich unter Aufsicht unser beider höchster Autoritäten handele – der dunklen Götter selbst. Wenn die königliche Familie der Hölle dir derart gewogen ist, geht einiges.
Tanja: Anubis ... the original prince of darkness.
Gérard: So sieht's aus.
[ich mache Adele's »Love you in the Dark« an.]
Gérard: Weißt du, meine geistige Gesundheit damals war nicht die Beste. Das kommt
wohl so, wenn man jeden Morgen bei Sonnenaufgang bangen muss, abgeholt und
gehängt zu werden. Oder verbrannt. Du hast mich damals aufgebaut. Hoffnung
gemacht. Dabei war deine Situation mindestens so prekär wie meine.
Tanja: Danke dir. Ich glaube, ich kann so einiges jetzt besser verstehen und einordnen.
Bald mehr?
Gérard: Aber ganz sicher doch.
Tanja: Kann's kaum erwarten!
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